Trauerredner Institut Geisler

Werden Sie Trauerrednerin

Freitag, 11. September 2020 – Montag, 14. September 2020

In dem Trauerredner-Seminar von Freitag, 11. September 2020 – Montag, 14. September 2020 sind noch einige, wenige Plätze frei!

Melden Sie sich jetzt an! Anmeldung HIER!

Erfahrungen:

Feedback des letzten Seminars:

Lieber Michael,
vielen Dank für 4 tolle Seminartage. Wir haben soviel „Input“
bekommen, dass wir noch sehr lange von deinem Wissen und dem Material
zehren können. Ich habe keinen Kilometer, keine Minute und keinen Cent
bereut.
Vielen Dank.
Grüße aus Berlin,
Marcus

In dem Seminar für Trauerredner erhalten Sie nicht nur einen Einblick in die Tätigkeit des Trauerredners.
Am Anfang steht die persönliche Auseinandersetzung mit den Fragen und Erfahrungen um Tod, Trauer und Sterben mit dem Angebot für Supervision und Seelsorge.
Danach wird es praktisch und Sie erarbeiten die grundlegenden Fertigkeiten und Kompetenzen für das Gespräch mit Trauernden.
Wie eine Ansprache bei einer Trauerfeier aussehen kann und wie Sie diese halten, gehört ebenfalls zu den theoretischen und praktischen Inhalten der Seminare.
Sie lernen die Durchführung einer Trauerfeier und was es dabei zu beachten gilt. Schon bald können Sie Ihre Tätigkeit als Trauerredner beginnen.
Selbsterfahrung und wertschätzendes Feedback begünstigen den Lernerfolg. Qualifizierte Supervision kann in Anspruch genommen werden.

Das Seminar findet im September in 57074 Siegen statt. Die Auflagen und Hygienemaßnahmen (wg. COVID-19) werden selbstverständlich berücksichtigt.
Übernachtungsmöglichkeiten bestehen vor Ort im Tagungshotel.

Weitere Informationen erhalten Sie mit der Anmeldung – oder informieren Sie sich bei Trauerredner Institut Geisler

In dem Seminar im September sind noch 4 Plätze frei.
Daten:

Datum:

Freitag, 11. September 2020 – Sonntag, 13. September 2020 – 3 Tage
Freitag, 11. September 2020 – Montag, 14. September 2020  – 4 Tage

Ort:
57074 Siegen

Anmeldung:
Trauerredner Institut Geisler

Teilnehmerzahl:
3 bis max 6 Personen

Kosten:
1450,00 € – 3 Tagesseminar
1950,00 € – 4 Tagesseminar (mit Supervision)

Referenten:
Pastor Michael Geisler
Petra Riemer (angefragt)

Anmeldung:
Das Anmeldeformular herunterladen, ausfüllen und unterschrieben an folgende Anschrift senden:
Trauerredner Institut Geisler
Zwischenweg 9
57074 Siegen

Einblick in den Seminarraum Trauerredner Seminar

Trauerfeier im Mausoleum in Bonn

Für mich war die Trauerfeier im Juli 2020 an diesem Ort auch eine Premiere. Denn das Mausoleum von Carstanjen im Bonner Stadtteil Plittersdorf war das größte private Mausoleum am Rhein und gilt kulturgeschichtlich und architektonisch als einzigartig.

Mausoleum von Carstanjen im Bonner Stadtteil Plittersdorf

Trauerfeier in Bonn

Seit 2007 ist das Mausoleum von Carstanjen auch eine würdige Ruhestätte für jedermann.

In der Rotunde des einmaligen Kulturdenkmals, das am Rhein gelegen ist, finden die Trauerfeiern statt. In der Krypta des Gebäudes werden die Toten anschließend beigesetzt.

Das Mausoleum gewährleistet mit der Verzeichnung der Namen der Verstorbenen in der Parkanlage, dass niemand der Anonymität des Todes überlassen wird.

„Die Kirchengemeinde bewahrt die Erinnerung an alle Verstorbenen, indem sie ihrer 15 Jahre lang jeweils in der Todeswoche bei einer Messfeier gedenkt. Die „Bürgergrabstätte“ für jedermann ist damit eine liebevolle Antwort auf die Nöte vieler Menschen. Das Mausoleum von Carstanjen ist im Besitz der „von Carstanjen Stiftung“, einer Unterstiftung der „Bürgerstiftung Rheinviertel“. Die Begräbnisstätte selbst wird von der Katholischen Kirchengemeinde St. Andreas und Evergislus geführt.“
aus: http://www.kirche-im-rheinviertel.de/einrichtungen/mausoleum-von-carstanjen.html

Mausoleum in Bonn / Bad Godesberg

Trauerredner Seminar Juli 2020

Feedback des letzten Seminars:

Lieber Michael,
vielen Dank für 3 Tage tolle Seminartage. Wir haben soviel „Input“
bekommen, dass wir noch sehr lange von deinem Wissen und dem Material
zehren können. Ich habe keinen Kilometer, keine Minute und keinen Cent
bereut.
Vielen Dank.
Grüssle
Angela B., Dettingen

In dem Seminar für Trauerredner erhalten Sie nicht nur einen Einblick in die Tätigkeit des Trauerredners.
Am Anfang steht die persönliche Auseinandersetzung mit den Fragen und Erfahrungen um Tod, Trauer und Sterben mit dem Angebot für Supervision und Seelsorge.
Danach wird es praktisch und Sie erarbeiten die grundlegenden Fertigkeiten und Kompetenzen für das Gespräch mit Trauernden.
Wie eine Ansprache bei einer Trauerfeier aussehen kann und wie Sie diese halten, gehört ebenfalls zu den theoretischen und praktischen Inhalten der Seminare.
Sie lernen die Durchführung einer Trauerfeier und was es dabei zu beachten gilt. Schon bald können Sie Ihre Tätigkeit als Trauerredner beginnen.
Selbsterfahrung und wertschätzendes Feedback begünstigen den Lernerfolg. Qualifizierte Supervision kann in Anspruch genommen werden.

Das Seminar findet im Juli in 57074 Siegen statt. Die Auflagen und Hygienemaßnahmen (wg. COVID-19) werden selbstverständlich berücksichtigt.
Übernachtungsmöglichkeiten bestehen vor Ort im Tagungshotel.

Weitere Informationen erhalten Sie mit der Anmeldung – oder informieren Sie sich bei Trauerredner Institut Geisler

Datum:
Freitag, 10. Juli 2020 – 9 – 18.00 Uhr
Samstag, 11. Juli 2020 – 9.00 – 18.00 Uhr
Sonntag, 12. Juli 2020 – 9.00 – 18.00 Uhr
Montag, 13. Juli 2020 – ca. 9.00 – 16.00 Uhr

Ort:
57074 Siegen

Anmeldung:
Trauerredner Institut Geisler

Teilnehmerzahl:
3 bis max 6 Personen

Kosten:
1450,00 € – 3 Tagesseminar
1950,00 € – 4 Tagesseminar (mit Supervision)

Referenten:
Pastor Michael Geisler
Petra Riemer (angefragt)

Anmeldung:
Das Anmeldeformular herunterladen, ausfüllen und unterschrieben an folgende Anschrift senden:
Trauerredner Institut Geisler
Zwischenweg 9
57074 Siegen

Ausbildung zum Trauerredner

Ausbildung zum Trauerredner

Sie suchen eine sinnstiftende und erfüllende Tätigkeit?
Sie haben schon immer die Fähigkeit mitgebracht, sich in andere Menschen hineinzuversetzen?
Ihnen gelingt es, Gefühle in Worte zu fassen und andere Menschen zu trösten?
Sie lieben Herausforderungen und suchen nach einer Möglichkeit, was ganz anderes zu machen?

Trauerredner werden in zunehmendem Maße in ganz Deutschland gesucht. Eine qualifizierte Ausbildung ist noch viel wichtiger als bei Hochzeitsredner.

Seit mehr als 25 Jahren halte ich konfessionelle und weltanschaulich neutrale Trauerfeiern.

Seit vielen Jahren bilde ich Redner aus. Deshalb gibt es wieder neue Termine für die

Ausbildung zum Trauerredner mit Michael Geisler

In dem 2 tägigen Praxisseminar erhalten Sie einen Einblick in die Tätigkeit des Trauerredners. Sie erlangen die grundlegenden Fertigkeiten und Kompetenzen für das Gespräch mit Trauernden, für die Durchführung einer Trauerfeier und können schon bald Ihre Tätigkeit als Trauerredner beginnen.

Am Ende des 2 tägigen Seminars werden Sie sich mit unterschiedlichen Themen theoretisch und praktisch beschäftigt haben. Sie haben ein solides Grundwissen erworben und erste praktische Erfahrungen gesammelt.

In einer kleinen Gruppe mit i.d.R. nicht mehr als 9 Teilnehmern erleben Sie in einer wertschätzenden Atmosphäre sich empathisch den Herausforderungen zu nähern, die diese anspruchvolle und erfüllende Tätigkeit mit sich bringt.

Erleben auch Sie, wie sinnerfüllend solch eine „Arbeit“ sein kann.

Anmeldung und nähere Informationen finden Sie hier… www.trauerredner.institute

Mut zum Trauern – Hilfen zum Leben – Kultureller Wandel

Unsere Kultur ist einem steten Wandel unterworfen. Diese Umgestaltung vollzieht sich auf unterschiedlichen Ebenen und über z.T. längere Zeitabläufe. Beeinflusst wird dieser Wandel nicht nur durch innerkulturelle Entwicklungen oder durch die Begegnung mit anderen Kulturen.

Z.B. ist ein Indikator die Aufnahme von Wörtern und Begriffen im Duden, wie der Begriff „whatsappen“.

Nicht nur in der Sprache, auch im Umgang mit Tod, Sterben und „Abschied nehmen“, zeigen sich diese Veränderungen.

Neue Fragen werden aufgeworfen und müssen beantwortet werden. Komplexe Fragestellungen fordern nicht nur die Ethik heraus, insbesondere wenn es um die Grenzen des Lebens geht.

Wenden wir uns der Frage zu, was Sterben und Tod ist, wird schnell erkennbar, wie aus unterschiedlicher Perspektive verschiedene Antworten gegeben werden können. Sterben ist ja mehr als der letzte Atemzug oder das Aufhören des Pulsschlagens. „Tod ist Tod“ als Schlagwort in früheren Zeiten ist so nicht mehr zutreffend. Sterben wird vielmehr als ein Prozess verstanden, der nicht von einer Minute auf die andere erfolgt. Die daraus resultierenden Fragestellungen für die Organtransplantation und ein zuverlässiges Hirntod-Konzept offenbart die Herausforderungen, die jeder Wandel und jede Veränderung mit sich bringt. Es gilt die richtigen Fragen zu stellen und diese zu beantworten.

Was über Jahrzehnte, manchmal auch Jahrhunderte für die Mehrheit in großen Teilen Europas selbstverständlich war, ändert sich zunehmend. So auch nimmt die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche immer mehr ab. Damit fehlt eine geläufige und bekannte „Anlaufstelle“, die den Beginn und insbesondere das Ende des Lebens gestaltet.

Die Zeiten, in denen die christlichen Kirchen eine Monopolstellung für die Feier zum Beginn des Lebens (Taufe) und am Ende des Lebens (Beerdigung) hatten, sind zwar noch nicht ganz vorbei, aber der Trend dahin ist unverkennbar.

Das hat vielfältige und tiefgreifende gesellschaftliche Folgen, auch für die Frage nach dem Umgang mit Tod und Sterben.

Die Kirche nimmt als eine übergeordnete Größe, die auch eine kulturverbindende Funktion wahrnimmt, an Einfluss und Gestaltungskraft ab. Insbesondere in kleineren dörflichen Gemeinschaften, nicht nur in katholisch geprägtem Umfeld, zeigt sich dieser Einfluss äußerst deutlich. Der Wunsch nach alternativen Trauerfeiern nimmt rasant zu. Die katholischen Trauerfeiern werden oftmals als äußerst unpersönlich empfunden. Es gelingt nicht oder nur kaum die Spezifika christlichen Glaubens und christlicher Hoffnung tröstend zu vermitteln. Der Ritus im Sinne einer haltgebenden Handlung wird kaum mehr so empfunden, sondern als unpersönlich und störend erlebt.

Den allerwenigsten Pfarrern und Priestern gelingt es, sich bei den sog. Kasualien den Herausforderungen kirchendistanzierter und kirchenendfremdeter Menschen zu stellen. Sich auf ihre Sprach- und Hörgewohnheiten, sowie dem kulturellen Milieu einzulassen, fällt aus vielerlei Gründen (zu) schwer.

Stattdessen versucht man durch Ab- und Ausgrenzung sein konfessionelles Profil zu schärfen. Bis dahin, dass kirchliche Räumlichkeiten für eine Trauerfeier eines Nicht-Kirchen-Mitgliedes nicht zur Verfügung gestellt werden, geschweige denn eine Trauerfeier für ausgetretene Kirchenmitglieder oder Konfessionslose gestaltet wird.

Der Wandel weg von bisherigen Überlieferungen, kulturellen Gewohnheiten, landeskirchlichem Gepräge ist festzustellen – einhergehend aber mit einer verstärkten Abgrenzung mancher Kirchen, insbesondere im ländlichen Raum.

Mit dieser Entwicklung verknüpft ist die Herausforderung nun die Schnittstellen des Lebens frei zu gestalten. Die Wahlfreiheit des Einzelnen und insbesondere der Angehörigen ist enorm, da es eine Fülle an Möglichkeiten gibt, Leben und das Lebensende/ Tod und Sterben / Abschiednehmen zu gestalten. Dies bedeutet einerseits eine enorme Freiheit und Vielfalt. Die Auswahlmöglichkeiten sind enorm. Möglich ist, was gefällt. Manchmal sind die spontanen Entscheidungen aus dem Bauch heraus eine enorme Bereicherung, auch bei Trauerfeiern. Sie spiegeln authentisches Leben wieder. Neues wird ausprobiert und bewusster auf das eigene Empfinden geachtet. Die Trauer wird mittels Symbolen und Handlungen im wahrsten Sinne des Wortes „gestaltet“.

Dann wieder ist die Auswahlmöglichkeit eine enorme Überforderung. Denn diese Wahl“Möglichkeit“ wird schnell zur Wahl“pflicht“ und ist schließlich ein Wahl“muss“.

Denn man kann nicht nur wählen und entscheiden, sondern muss es auch. Dies betrifft selbst die Frage nach den letzten und vorletzten Dingen. Das kann durchaus als sehr befreiend erlebt werden, manchmal wird dies jedoch auch als große Last und Belastung empfunden. Ja, noch mehr – Es ist schlichtweg eine völlige Überforderung bei dem Tod eines nahestehenden Menschen, entscheiden zu müssen, was denn hilfreich sein könnte, um angemessen (wer entscheidet das?) Abschied zu nehmen und Trost zu erfahren, der nicht vertröstet. Leider setzen sich die wenigsten Angehörigen, geschwiege denn jeder selbst, mit der Frage auseinander, wie soll denn „meine“ Trauerfeier aussehen und was könnte hilfreich sein, um Abschied zu nehmen. Wie kann meine Hoffnung Worte finden und  in Bildern ausgedrückt werden.

In früheren Zeiten gab es Rituale und Formen, die hilfreich waren. Angefangen von der dunklen Kleidung bis hin zum Entzünden einer Kerze oder dem Öffnen des Fensters nach dem Tod eines Menschen.

Formen und Gepflogenheiten, die heute bewusst oder auch unbewusst durchbrochen werden. Die Motive dazu sind unterschiedlich, oftmals unreflektiert und meistens nicht mit dem Verstorbenen abgesprochen.

Manchmal wird so bewusst auf dunkle Trauerkleidung verzichtet. Ausdrücklich wird in der Todesanzeige darauf hingewiesen. Dahinter steht wohl die Überzeugung, dass der Tod eines geliebten Menschen ohnehin schon so schwer und belastend ist, dass die „Trauerkleidung“ zusätzliche Beschwernisse bedeutet. Diese Kleidung wird als zusätzliche Belastung erlebt. Der Gedanke, dass dies auch ein Signal an die Umwelt sein könnte, dass jemand „in Trauer“ geht und man ihm deshalb „angemssen“, hilfreich und fürsorglich begegnen könnte, ist meistens in den Hintergrund getreten.

Vielleicht soll auch stattdessen durch die normale Alltagskleidung signalisiert werden, dass der Tod und das Sterben zum Leben zugehörig empfunden wird. Denn „Kleider“ machen Leute und drücken Gefühle, aber auch Wertschätzung aus und heben das Ereignis aus dem Gewöhnlichen heraus. Das betrifft nicht nur den Smoking beim Abendevent. Oder man möchte mit der Alltagskleidung bewusst den Alltag und die vergangenen Jahre erneut ins Bewusstsein holen.

Vielleicht klingt auch so etwas wie Trotz gegen den Tod und das Sterben an. Damit wäre dieser „Protest“ gegen den Tod ein Signal, auch wenn dieser Protest möglicherweise kein christliches Fundament bei diesen „Protestleuten“ hat.

Um den Bezug zum Diesseits zu halten und zu fixieren spielt vielleicht ja auch der Gedanken mit, dass er oder sie ja „in der Erinnerung“ weiterlebt. Damit klingt die Frage an, wie und ob es eine wie auch immer geartete Hoffnung auf eine Weiter“existenz“ nach dem Tod gibt.

Andere verzichten beim „Nachkaffee“ auf die vielerorts üblichen Gebräuche, Kuchen und Kaffee zu reichen, und laden stattdessen in die Stammkneipe zum Bier ein. Was bei dem einen als respektlos abqualifiziert wird, wird von anderen als echt, stimmig und authentisch gedeutet, denn „er war eben so“. Wobei dennoch offen bleibt, was denn mit „er war eben so!“ gemeint ist.

Auch Luftballons werden symbolisch gen Himmel steigen gelassen und die Gedanken und Erinnerungen folgen ihnen. Was so schön in der Fantasie ausgemalt wird, scheitert bei unpassendem Wind, Wetter oder im Wald an äußeren Umständen. Dabei ist die Praxis weniger im Blick. Vielmehr der Wunsch, dass ihn/sie „da oben“ nun die Wünsche erreichen mögen. Auch bei diesem „da oben“ zeigt sich doch die Ursehnsucht des Menschen, dass mit dem Tode nicht alles aus sein möge. Im Menschen bleibt der Wunsch nach „Tranzendenz“ unausrottbar verwurzelt.

Wie in vielen anderen Bereichen auch ist die Individualisierung auch im Umfeld von Tod und Trauerfeier in vielfältiger Weise wahrnehmbar.

Konventionen treten in den Hintergrund und Rituale werden nicht mehr als etwas empfunden, was Hilfe und Halt geben könnte.

Das birgt meines Erachtens eine Gefahr in sich. Denn wenn der Mut zum Trauern und die damit einhergehenden unangenehmen Gefühlen keinen hilfreichen Raum finden und weggedrückt werden, verschwinden sie doch nicht einfach. In einer Gesellschaft, die dahin tendiert, dass Traurigkeit gleich als depressive Verstimmung oder gar Depression und damit zur behandlungsbedürftige Krankheit gedeutet wird, hat die Trauer, die von zweifelhaften Trost überlagert wird, viel zu wenig Raum.

Ich plädiere daher für den Mut zur Trauer, für eine professionelle Trauerbegleitung, in welchem Kontext auch immer. Und es berührt mich positiv, wie immer mehr Trauer- und Gesprächsgruppen für Trauernde, ein Raum bieten, oftmals innerhalb und ausserhalb der Kirche.

Live Interview – Radio Siegen – Freie Trauungen

Einfach mal reinhören und Antwort bekommen auf ganz unterschiedliche Fragen: Was ist eine Freie Trauung? Wen traust Du eigentlich? Wie bist Du dazu gekommen, ALLE Menschen zu trauen? Was zeichnet Dich als Freien Theologen aus? Und was denkt die Kirche über Freie TrauRedner? Was machst Du ausserdem noch? Wo hast Du schon überall getraut? Welche Freie Trauung ist Dir in Erinnerung geblieben? Bildest Du auch Freie Redner aus? Diese und viele andere Fragen habe ich im Live Interview bei Radio Siegen am Sonntag, dem 15. April 2018 beantwortet.

freie Trauung am See
freie Trauung am See

Wer also mal reinhören möchte oder einfach mal einige Sätze zum Thema „Freie Trauungen“ von mir sich anhören will, oder sich einen Eindruck von meiner Stimme machen will, oder was auch immer – der darf sich hier gerne das Interview anhören. Das komplette Interview dauert ca. 25 Minuten NBR – Mitschnitt Michael Geisler

Totensonntag

Dort steht sie, die brennende Kerze. Entzündet am heutigen Totensonntag. Sie brennt für all die, für die ich dieses Jahr eine Traueransprache gestaltet habe.

So viele Menschen, die ich nie persönlich habe kennen lernen dürfen.

So unterschiedliche Lebenswege, Überzeugungen und Geschichten habe ich gehört.

Sie haben gelebt und gehofft

Sie haben geliebt und gelacht

Sie haben gelitten und geweint

Sie haben gefeiert und getrauert

Sie wurden erwartet und mussten trotzdem gehen

Sie haben Grenzen erfahren und Horizonte überschritten

Manche hatten ein langes Leben

Manche starben so jung

Manche haben geheiratet

Manche waren immer allein

Manche haben geglaubt

Manche ihre Träume ausgelebt

Manche haben Großes bewegt

Manche haben die Welt bereist

Manche haben niemals Ihre Heimat verlassen

Manche haben Ihre Kinder zu Grabe getragen

Manche wurden von Ihren Eltern beerdigt

Manche haben Ihre Urenkel gesehen

Manche haben niemals das Licht der Welt erblickt

Manche haben das große Los gezogen

Manche haben ihr Schicksal ertragen

Manche haben Häuser gebaut

Manche sind ausgebombt worden

Manche haben schrecklich gelitten

Manche starben friedlich und still

Manche haben die Krankheit besiegt

Und doch sind sie alle fort

 

Ich zünde eine Kerze für sie an.

Ein Gebet spreche ich für sie.

 

 

 

Wir bleiben, auch wenn sie gehen.

Wir gehen weiter, auch wenn sie bleiben, wo immer sie jetzt sind.

 

In einem altchristlichen Segensgebet heißt es:

Der Herr sei vor dir,

Um dir den rechten Weg zu zeigen.

Der Herr sei neben dir,

Um dich in die Arme zu schließen.

 

Der Herr sei hinter dir,

Um dich zu bewahren Der Herr sei unter dir,

Um dich aufzufangen,

Wenn du fällst, und dich

Aus der Schlinge zu ziehen.

 

Der Herr sei in dir,

Um dich zu trösten,

Wenn du traurig bist.

Der Herr sei um dich herum,

Um dich zu verteidigen,

Der Herr sei über dir,

Um dich zu segnen.

 

Es segne Dich der gütige Gott.

Interview Campusradio Siegen 92,1

Eben komme ich zurück aus dem Studio bei Campusradio Siegen. Mehr unter: http://www.radius921.de/cms/
Leider konnten sie meine Musikwünsche nicht erfüllen. Weder BAP, „Verdammt lang her“, noch Elton John’s „Funeral for a friend“ hatten sie in ihrer Musikbibliothek.

Aber dafür gab es ein interessantes Live-Interview mit der Moderatorin. DANKE! Demnächst dann an dieser Stelle der entsprechende Link, bzw. der Mitschnitt zum Mithören über Tod, die Tätigkeit als Trauerredner hier in Siegen, usw. Aber hört selber rein.

Im Todesfall: Bestatter treten zunehmend an die Stelle von Geistlichen

Folgenden Artikel fand ich auf www.pfarrverband.de, bzw. in www.jesus.de :

Im Todesfall: Bestatter treten zunehmend an die Stelle von Geistlichen

In Trauerfällen tritt der Bestatter zunehmend an die Stelle des Geistlichen. Diese Beobachtung schildert der Theologe Klaus Dirschauer (Bremen) im „Deutschen Pfarrerblatt“.

Friedwald, Ruheforst, UrnenbeisetzungDer Bestatter kümmere sich nicht mehr nur um den Leichnam, den Sarg und das Grab: „Der Bestatter ist nicht mehr bei seinem Spaten geblieben, er hat längst das Wort ergriffen.“ Er gehe einfühlsam auf die Angehörigen zu, sei im Beratungsgespräch an den ersten Schritten der Trauerarbeit beteiligt und stehe weiter als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Bestatter habe längst begonnen, den bisher „dominierenden Geistlichen zu relativieren und gewissermaßen zu klerikalen Arbeitnehmern zu delegieren“.

Der Bestatter mache den Tod bekannt, helfe dabei, die Anzeige zu erstellen und den Trauerbrief zu entwerfen. Wenn er nicht selbst die Traueransprache und mit ihr die ganze Bestattung übernehme, verständige er den zuständigen Pfarrer oder einen Trauerredner. Außerdem sei in vielen Städten der östlichen Bundesländer der zur Bestattung erwünschte Pfarrer zum Ausnahmefall geworden.

Dirschauer empfiehlt Bestattern für ihre zukünftige Arbeit – Trost zu spenden und Sinn zu stiften –, sich aus- und weiterzubilden. Sie könnten dazu aus Religion, Philosophie und Literatur schöpfen. Das könne damit beginnen, die Spruchweisheiten mit ihrem dekorativen Charakter auf den Todesanzeigen und Trauerbriefen gewissenhafter auszusuchen und selbst inhaltlich zu meditieren. Laut Dirschauer könnten Kirchenkreise in ihrer Region ein Erwachsenenkatechumenat (Glaubensunterricht) für Bestatter anbieten.

Nach seinen Angaben lag die Zahl der Verstorbenen in Deutschland 2013 bei 895.000. Für 313.250 Personen – getaufte Katholiken, Protestanten sowie Nichtgetaufte – sei keine kirchliche Bestattung in Anspruch genommen worden. Der Anteil der Feuerbestattungen habe 2013 zum ersten Mal die 50-Prozent-Marke überschritten (50,5 Prozent).